Ein interessanter Artikel, wie sich vielleicht unsere Geschmacksnerven entwickelt haben und warum wir Heißhunger auf Süßes haben.
Nah am Text von mir übersetzt, ich hoffe ohne Fehler. Und ich entschuldige mich schonmal im Voraus für komische Formulierungen, Schreibfehler oder vielleicht doch Übersetzungsfehler, die mir unterlaufen sind... ? Ich hatte jetzt keine Lust mehr, nochmal durch den kompletten Text zu gehen....
So viel sei schonmal verraten: Vielleicht hat sich der süße Geschmackssinn ursprünglich dafür entwickelt, dass wir fettes Fleisch essen....
und lasst euch nicht davon irritieren, dass der Verfasser öfters von "Seth" redet oder Bezug zu anderen Artikeln nimmt... einfach ignorieren ;-).....
Quelle: http://perfecthealthdiet.com/?cat=113
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Warum haben wir eine Vorliebe für Süßes entwickelt?Nachdem ich meinen Beitrag zu Seth Roberts’s „new therapies for circadian rythm disorders“ geschrieben hatte, lernte Seth von „my experience with scurvy“ und schrieb von seiner eigenen ähnlichen Erfahrung.
Seth kam zu dem wichtigen Punkt, dass Essensgelüste durch Nährstoffmängel ausgelöst werden – einem Punkt, dem ich absolut zustimme und was der Grund ist, warum es für diese Ratsuchenden so wichtig ist Gewicht zu verlieren um richtig ernährt zu sein – und fragte, „Warum lieben wir süße Nahrungsmittel?“ Seine vorgeschlagene Antwort war, dass der Geschmack für Süßes den Paleo-Mann dazu antrieb, mehr Früchte zu essen, um genug Vitamin C zu erhalten.
Dies führte zu einem faszinierenden Beitrag von Thomas in den Kommentaren dieses Themas:
Ich habe einige Bücher über TCM gelesen und sie führten zu der Schlussfolgerung, dass erhöhte Lust auf Süßes tatsächlich einige ernsthafte Nährstoffmängel signalisiert. Sie sagten, dass in der Tat Fleisch oder Stärke oder andere nährstoffreiche Nahrungsmittel die Gelüste beruhigen, aber Süßes sei leichter verfügbar. Der Geschmack von Fleisch sei tatsächlich auch süß.Meiner Erfahrung nach scheint diese TCM-Sichtweise wahr zu sein. Ich war immer sehr dünn, aber aß enorme Mengen Süßigkeiten. Nachdem ich zu einer angemessenen, Paleo-ähnlichen Ernährung wechselte, änderte sich meine Situation in vielerei Hinsicht und ich hatte keine solchen starken Gelüste mehr und kann langsam etwas Gewicht zulegen.Shou-Ching und ich haben großen Respekt vor den empirischen Erfahrungen der TCM und so fand ich dies eine faszinierende Idee. Hat sich unser moderner Geschmack für Süßes eigentlich aus einem Geschmackssinn entwickelt, der uns dazu verleiten sollte, Fleisch zu essen?
Der menschliche GeschmackssinnEs ist allgemein bekannt, dass Tiere den Geschmackssinn entwickelt haben, um Nahrung und Gifte aufspüren zu können:
Geschmack hilft den Tieren zu entscheiden, ob ein Futter gut für sie ist und gefressen werden sollte oder ob es gefährlich ist und vermieden werden sollte. Vielleicht hat sich der Geschmack entwickelt um den Tieren die Auswahl an passender Nahrung, die der Körper braucht, zu versichern.Die fünf grundlegenden Geschmackssinne des Menschen sind süß, salzig, sauer, bitter und umami (=wohlschmeckend). Jeder Geschmack steht für eine Nährstoffkategorie, die wir brauchen, oder für ein Gift, das wir vermeiden sollten.
Süß - Kohlenhydrate
Salzig - Elektrolyte
Sauer - Säuren
Bitter - Gifte
Umami - Glutamate und Nucleotide
Elektrolyte sind essenziell um zu leben und Gifte bestmöglich zu vermeiden, so dass die evolutorische Entwicklung von salzigen und bitteren Geschmacksrezeptoren leicht zu verstehen ist. Der umami-Geschmackssinn ist hauptsächlich ein Sensor für natürliches (gesundes) Protein. Der saure Geschmack ist interessant, der in kleinen Mengen für uns attraktiv, in großen Mengen aber abstoßend wirkt. Seth argumentiert, dass eine niedrige Menge Saures wünschenswert ist, weil es uns dazu führt nach fermentierten Nahrungsmitteln zu suchen, welche uns probiotische Bakterien und deren fermentierte Produkte wie Vitamin K2 liefern. Wenn dies so ist, ist es ganz natürlich, dass zu starke Säure, welche ein Indikator für einen hohen Bakterienanteil ist, abschreckend wirkt.
Aber was ist mit dem süßen Geschmack? Ist es wirklich ein Sensor für Kohlenhydrate? Wenn dies so ist, dann leistet es wirklich einen schlechten Job. Die gesündeste Kohlenhydratquelle – Stärke, welche fructosefrei ist – aktiviert kaum diese Geschmacksnerven, wohingegen Fruktose, ein Gift, diese umso mehr aktiviert. Wenn diese Rezeptoren als Kohlenhydrat-Sensor entwickelt wurden, sollten sie uns davon abhalten zu viele enthaltene Kohlenhydrate zu essen, wie das der bittere Geschmack bei Giften macht. Aber süßer Geschmack ist sehr attraktiv!
Süßes-AktivatorenEs scheint, dass die Rezeptoren für Süßes sehr komplex sind. Viele Dinge aktivieren diese und sie scheinen vielen Funktionen zu dienen.
Wikipedia („Sweetness“):
Eine große Mannigfaltigkeit an chemischen Verbindungen, solche wie Aldehyds und Ketone, sind süß.
Manche der Aminosäuren sind ein bisschen süß: Alanine, Glycine und Serine sind die süßesten. Manch andere Aminosäuren werden sowohl als bitter als auch süß wahrgenommen.Die Süße mancher Aminosäuren scheint Tomas‘ These zu unterstützen, dass süßer Geschmack zu Fleisch führt: vielleicht lässt dieser Aminosäuren erkennen. Aber dies scheint ein bisschen widersprüchlich: es gibt einen anderen Geschmackssinn, der Protein wahrnimmt, umami! Brauchen wir wirklich zwei Rezeptorenarten für Protein? Und mageres Fleisch schmeckt nicht süß.
Eine mögliche Schlussfolgerung ist, dass die süß schmeckenden Aminosäuren wasserabweisend sind, während die wasseraufnehmenden Aminosäuren nicht süß sind.
Die wasserabweisenden Proteine lagern sich in Zellwänden entlang von Lipiden ein; die wassersaufnehmenden Proteine verteilen sich in Wasser und finden sich weit weg von Fett. Glutamate und Nucleotide, die durch den umami-Sinn wahrgenommen werden, sind wasseraufnehmend und -löslich.
Also ist der umami-Sinn vielleicht für die Proteine, die sich nicht mit Fett verbinden, während der süße Geschmack für Proteine steht, die sich mit Fett verbinden.
Allerdings, eine führende Theorie über Süßes behauptet, dass Verbindungen wasserabweisend oder an Fett gebunden sein müssen, um die süßen Geschmacksnerven anzuregen.
B-X Theorie veröffentlicht von Lemont Kier 1972. Zur gleichen Zeit als frühere Forscher feststellten, dass bei ein paar Gruppen von Verbindungen anscheinend ein Zusammenhang zwischen Wasserabweisung und Süße bestand, griff die Theorie diese Beobachtungen unter dem Vorschlag auf, dass, um süß zu sein, eine Verbindung eine dritte bindende Seite (labeled X) haben muss, die mit einer wasserabweisenden Seite eines Süße-Rezeptors interagieren kann (via London dispersion forces). WikipediaDer süße Geschmackssinn scheint in Zusammenhang mit dem bitteren die Vermeidung von Gift zu regulieren. Wikipedia:
Süße scheint die höchste Geschmackserkennung-Schwelle zu haben, sie ist bei etwa 1 Teil Sucrose zu 200 in einer Lösung zu erkennen. Zum Vergleich, Bitterkeit hat den niedrigsten Schwellenwert mit z.B. 1 Teil Chinin zu 2 Mio.in einer Lösung.
Unter den natürlichen Gegebenheiten, in denen sich die menschlichen Vorfahren entwickelten, sollte der Süße-Grad ein Indikator für den Grad der Energie sein, während das Bittere für Gift stand. Die hohe Erkennungsschwelle für Süßes und die niedrige für Bitteres hat wohl unsere Vorfahren dazu gebracht, nach süßem Geschmack (und hoher Energiedichte) zu suchen und bitterschmeckende Sachen zu vermeiden. Selbst unter reinen Pflanzenfressern gibt es die Tendenz unreife Blätter zu bevorzugen, welche einen höheren Proteingehalt und einen niedrigeren Stärkegehalt als reife Blätter haben.Das macht schon Sinn: wir brauchen eine bestimmte Menge Kalorien pro Tag und seit „die Dosis das Gift macht“, bedeutet das, dass die Giftigkeit der Ernährung in seiner Gesamtheit nicht durch die Menge, sondern durch das Verhältnis von Gift zu Kalorien bestimmt wird. Für die Evolution bedeutet das, dass unsere Vorfahren Nahrung mit einem niedrigen Gift/Kalorie-Verhältnis essen mussten, um den täglichen Gift-Konsum niedrig zu halten.
Also wenn Süße ein Merkmal für Energiedichte ist, sollte es eigentlich speziell durch fette Nahrung ausgelöst werden. Wenn es Verbindungen erkennt, die mit Fett reagieren, dann würde es dies tun.
Warum aber erkennt es aber nicht Fett direkt?
In natürlichen Lebensmitteln sind Fette gebunden in Triglyceride oder Phospholipide, welche chemisch inaktiv/träge sind. Diese binden sich also nicht an Geschmacksrezeptoren. Freie Fettsäuren würden das, aber diese sind nicht in frischen Lebensmitteln vorhanden und würden möglicherweise ein Anzeichen für ein schlechtes Lebensmittel sein. Tatsächlich scheint es Geschmacksrezeptoren für freie Fettsäuren zu geben, CD36, aber dies scheint ein Abwehrmechanismus für unbekömmliche/faulige Nahrung zu sein.
Interessanterweise beeinflusst Farbe auch die Süße:
Die Farbe von Nahrung kann die Wahrnehmung von Süße beeinflussen. Wenn man mehr rote Farbe zu einem Getränk hinzufügt, erhöht das das Empfinden von Süße (bei dunklerer Farbe 2-10% höher als bei hellerer Farbe, auch wenn 1% weniger Zucker enthalten ist). WikipediaAlso ist das rote Fleisch das süßeste.
Fazit und mögliche Schlussfolgerungen:Eine plausible Schlussfolgerung würde sein:
1. Der Geschmackssinn für Süßes entwickelte sich ursprünglich, um uns dazu zu bringen, fettes energiedichtes Fleisch zu essen; und essentielle fett-gebundene Micronährstoffe, wie Choline und Inosit.
2. Die Süße von Früchten ist möglicherweise das Ergebnis davon, einen Weg zu finden, die Süße-Rezeptoren zu entern und von Tieren zu ihrem eigenen Vorteil als Nahrung bevorzugt zu werden.
Das lässt aber immer noch Fragen offen. Warum neigen wir dazu, den süßen Geschmack zu vernachlässigen, wenn wir hungrig sind, aber nach dem Essen lechzen wir nach einem süßen Dessert?
Hier ist etwas zum Nachdenken. Fette sind spezielle Makronährstoffe. Wir haben unbegrenzten Platz, um Fett in unserem Fettgewebe zu speichern, aber nur sehr begrenzten Platz für andere Nährstoffe. Wenn wir voll sind, sollten wir natürlich den Appetit auf die Kalorien verlieren, die wir nicht mehr speichern können. Aber warum sollten wir bei Fetten nicht ein wenig extra speichern für magere Tage, die evtl. kommen mögen? Es ist immer Speicherplatz für ein wenig Fett übrig.
Folgen für Binge EatersKorrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber wenn Menschen sich überessen/Essanfälle haben, dann machen sie das mit Süßem.
Vermutlich gelüstet es sie nach dem süßen Geschmack – welcher evolutorisch gesehen vielleicht das Gelüste nach fettem Fleisch und nach mit Fett kombinierten Nährstoffen ist.
Aber wenn sie die Anti-Fett-Propaganda der letzten Jahrzehnte übernommen haben und Angst davor haben, Fett zu essen, müssen Binge-Eaters ihren Geschmacksknospen zu Zucker folgen – welcher unglücklicherweise keines der nährstofflichen Defizite befriedigen kann, die das Gelüste nach Süßem eigentlich beseitigen sollte.
Vielleicht wäre dann ein gutes fettes Steak, vorzugsweise kombiniert mit etwas Leber und Sahnesoße, das beste Heilmittel für Binge-Eating. Es würde das Gelüste befriedigen und auch ebenso das Nährstoffdefizit, das das Gelüste auslöste.
Folgen für GewichtsabnahmeWenn, wie ich glaube, der Schlüssel zum Abnehmen und Adipositas zu heilen das Ausschalten des Heißhungers/Appetits ist, dann ist es wichtig alle Defizite von fettkombinierten Nährstoffen zu beheben. Defizite lösen Essensgelüste aus und Defizite von Nährstoffen, die nur in Zusammenhang mit Fett vorkommen, lösen Gelüste nach Süßem aus.
In der heutigen Welt wissen wir, wie wir am einfachsten das Gelüste nach Süßem befriedigen können – durch Essen von zuckrigen, nährstoffarmen Speißen. Unglücklicherweise enthalten diese Speißen nicht die fettkombinierten Nährstoffe (wie z.B. Choline), welche das Gelüste auslösten. So bleibt das Gelüste unbefriedigt weiter bestehen, egal wie viel Zucker wir essen.
Hartnäckige Essensgelüste trotz einer hohen Kalorienzufuhr sind möglicherweise eine notwendige (wenn nicht gar schon ausreichende) Voraussetzung, um dick zu werden. Unbefriedigte Gelüste machen möglicherweise Gewichtsabnahme extrem schwierig.
Was ist mit Vit. C?Vitamin C – Ascorbinsäure – ist eine Säure und somit aktiviert es direkt den Sauer-Geschmack.
Also haben sich die sauren Geschmacksnerven vielleicht entwickelt, damit wir Vit. C bekommen. Das unterstützt Seth’s Idee, dass der saure Geschmack uns dazu bringt fermentierte Nahrung zu essen. Fermentierte Nahrung haben einen sehr hohen Vit. C – Gehalt!
Ich hatte einen ziemlich ernsten Fall von Skorbut und erinnere mich nicht, dass ich sehr zu Süßigkeiten hingezogen war. Stattdessen war ich hungrig wie ein Wolf. Mein Appetit allgemein, nicht das Gelüste nach einem bestimmten Geschmack, stieg immer mehr an. Wenn überhaupt, dann war ich am wenigsten von Süßem angezogen. Also denke ich, dass es plausibel ist, dass ein Vitamin C – Mangel zu einer allgemeinen Appetitsteigerung führt oder zu Gelüsten nach saurem Essen, eher als zu Gelüsten nach Süßem!
ZusammenfassungUnsere entwickelten Geschmacksrezeptoren können uns sehr viel darüber sagen, was unser Körper braucht. Essensgelüste sind ein deutliches Zeichen für unbefriedigte Nährstoffmängel.
Aber manchmal ist es auch nicht so offensichtlich, was ein Gelüste uns sagen will. Unsere moderne Ernährung ist so unterschiedlich von der ursprünglichen: Wir haben viele industriell gefertigte Produkte, um unseren paleolithischen Geschmackssinn fälschlicherweise dazu zu bringen, leere Kalorien/mit zu wenig Nährstoffen versehene Nahrung zu essen.
Der Mensch entwickelte sich nicht in den Wäldern, wo Früchte immer verfügbar waren, sondern in offenen Waldgeländen, wo Wurzelknollen und andere geschmackslose Stärkequellen reichlich vorhanden waren und Früchte eher rar. In diesem Zusammenhang hat uns unser Heißhunger auf Süßes möglicherweise dazu geführt, tierisches Fett zu essen.
Vielleicht sind die Essensgelüste nach Süßem und das Übergewicht von Binge-Eaters in Wirklichkeit der Hunger nach tierischem Fett. Wenn du dich zu Zucker hingezogen fühlst, solltest du dich vielleicht selbst fragen: Steak oder Lachs?